post work society

Ressourcen

Wer weltweit zu der Frage forscht, was eine Gesellschaft mit weniger Arbeit bedeutet, wo man selbst Daten findet und wie man am Thema dranbleibt. Aufgenommen ist nur, was wir am Original geprüft haben (Stand: 29. Oktober 2026); Veranstaltungstermine nennen wir hier bewusst nicht.

Forschung: Institute und Think Tanks

Hier sitzen die Leute, die die Debatte prägen: Universitäten, internationale Organisationen und unabhängige Denkfabriken. Sie liefern Studien, Begriffe und oft auch die Zahlen, die später in Zeitungen landen.

Die Auswahl ist nicht vollständig. Aufgenommen ist nur, was wir am Original geprüft haben (Stand: 29. Oktober 2026).

ILO: Generative KI und Jobs

Die Internationale Arbeitsorganisation der UNO misst weltweit, wie stark Berufe generativer KI ausgesetzt sind. Laut dem Update 2025 arbeitet etwa jede vierte erwerbstätige Person in einem Beruf mit einer gewissen Exposition; die meisten Jobs dürften sich eher verändern als verschwinden.

Quelle: ILO, 2025

Oxford Martin School: Carl Benedikt Frey

Frey leitet an der Universität Oxford das Programm zur Zukunft der Arbeit. Seine Studie mit Michael Osborne von 2013 gilt als Startpunkt der aktuellen Automatisierungsdebatte; 2025 erschien sein Buch „How Progress Ends“.

Quelle: Oxford Martin School, 2026

Fairwork

Ein Forschungsprojekt des Oxford Internet Institute und des WZB Berlin, das Plattformarbeit nach fünf Prinzipien bewertet: faire Bezahlung, Bedingungen, Verträge, Management und Mitbestimmung. Die Länderberichte decken rund 38 Länder ab, 2026 etwa Deutschland.

Quelle: Fairwork, 2026

European Policy Centre

Die Brüsseler Denkfabrik fragt, wie der EU-Arbeitsmarkt widerstandsfähiger gegenüber KI werden kann. Ein Policy Brief dazu erschien im März 2026.

Quelle: EPC, 2026

Anton Korinek (UVA, PIIE)

Der Ökonom der University of Virginia forscht zur Ökonomie transformativer KI und ist seit Februar 2026 auch am Washingtoner Peterson Institute (PIIE). 2026 organisierte er eine Erklärung von mehr als 200 Ökonom:innen zum wirtschaftlichen Wandel durch KI mit.

Quelle: PIIE, 2026

Windfall Trust

Eine Organisation, die Regierungen auf wirtschaftliche Umbrüche durch KI vorbereiten will und die Idee eines globalen Fonds verfolgt. Sie ging Ende 2024 aus einem Projekt des Future of Life Institute hervor.

Quelle: Future of Life Institute, 2026

Grundeinkommen und Arbeitszeit

Wer über eine Gesellschaft mit weniger Arbeit nachdenkt, landet schnell bei zwei Werkzeugen: Geld ohne Bedingungen und kürzere Arbeitszeiten. Hier finden sich das wichtigste Netzwerk und einige gut dokumentierte Versuche.

Die Ergebnisse sind nicht auf ganze Länder übertragbar: Die Pilotprojekte sind klein und zeitlich begrenzt, und ihre Deutung ist umstritten.

Basic Income Earth Network (BIEN)

Das weltweite Netzwerk für Grundeinkommen besteht seit 1986 und ist das Dach der nationalen Netzwerke. Auf der Website erscheinen laufend Nachrichten, Artikel und Podcast-Hinweise.

Quelle: BIEN, 2026

Pilotprojekt Grundeinkommen (Deutschland)

107 Personen erhielten drei Jahre lang 1.200 Euro im Monat, verglichen mit 1.580 Personen ohne Zahlung; ausgewertet unter anderem vom DIW Berlin und der WU Wien. Ergebnis 2025: kein Rückzug vom Arbeitsmarkt, aber bessere psychische Gesundheit; die Stichprobe ist laut den Autor:innen klein und nicht repräsentativ.

Quelle: DIW Wochenbericht 15/2025

Grundeinkommensversuch Finnland

2017 und 2018 bekamen 2.000 zufällig ausgewählte Arbeitslose 560 Euro im Monat ohne Bedingungen. Laut Endergebnis von 2020 waren die Beschäftigungseffekte gering, Wohlbefinden und Vertrauen aber höher.

Quelle: Finnisches Sozialministerium, 2020

OpenResearch-Studie (USA)

Drei Jahre lang 1.000 Dollar im Monat; die Studie wurde unter anderem von OpenAI-Chef Sam Altman mitfinanziert. Die Empfänger:innen arbeiteten etwas weniger, im Schnitt etwa 1,3 Stunden pro Woche (Ergebnisse 2024).

Quelle: OpenResearch, 2024

Universal Basic Services (UCL)

Statt Geld für alle schlägt das Institute for Global Prosperity am University College London kostenlose Grunddienste vor, etwa Kinderbetreuung, Pflege, Verkehr und digitale Information. Die Kosten für Großbritannien schätzte es 2019 auf rund 2,3 Prozent der Wirtschaftsleistung; getestet wurde das Modell bisher nicht.

Quelle: UCL, 2019

Vier-Tage-Woche: Pilot Deutschland

45 Organisationen testeten 2024 kürzere Arbeitszeiten, begleitet von der Universität Münster. Laut der Initiative 4 Day Week Global arbeiteten zwei Jahre später, im Februar 2026, noch 70 Prozent in irgendeiner Form verkürzt.

Quelle: 4 Day Week Global, 2026

Globaler Süden und Asien

Ein großer Teil der Debatte findet in Europa und den USA statt. Stimmen aus Afrika, Lateinamerika und Asien sind wichtig, aber deren Originalquellen konnten wir seltener prüfen. Darum ist dieser Abschnitt bewusst kurz; er wird wachsen.

Research ICT Africa

Die afrikanische Denkfabrik untersucht in ihrem Just AI Lab, wie KI Arbeit und Ungleichheit in Afrika verändert. Sie hat unter anderem die KI-Strategien von Kenia, Ägypten, Mauritius und Sambia analysiert.

Quelle: Research ICT Africa, 2025

Fairwork-Länderteams

Fairwork arbeitet mit lokalen Teams, deren jüngste Berichte (2025/26) etwa Peru, Brasilien, Argentinien, Kolumbien, Chile, Jordanien, die Philippinen, Indonesien und Thailand betreffen. In Ecuador geht es gemeinsam mit FLACSO auch um Plattform-Genossenschaften.

Quelle: Fairwork, 2026

JILPT (Japan)

Das staatliche japanische Institut für Arbeitspolitik beschäftigt sich mit KI und Arbeit in einem Land mit Arbeitskräftemangel. Laut einem Bericht vom Jänner 2026 nutzten nur 8,4 Prozent der Beschäftigten in Japan KI bei der Arbeit, der niedrigste Wert unter acht verglichenen Ländern.

Quelle: JILPT, 2026

Österreich und DACH

Österreich hat kein eigenes Forschungszentrum zu „Post-Work“, aber starke Bausteine: Wirtschaftsforschung, Umfragen und zwei Orte, die international zitiert werden. Marienthal steht für beides: für die Folgen von Arbeitslosigkeit 1933 und für einen Jobgarantie-Versuch ab 2020.

WIFO: KI im Betrieb

Das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung hat untersucht, wie Betriebe in Österreich KI einsetzen. Laut Monatsbericht 11/2025 nutzen rund 30 Prozent der Unternehmen KI, und 13,2 Prozent rechnen mit Jobverlusten.

Quelle: WIFO, 2025

Ipsos Österreich: KI und Jobangst

Eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens Ipsos (April 2026, 800 Befragte): 51 Prozent erwarten, dass KI unterm Strich Jobs kostet, aber nur 20 Prozent fürchten um den eigenen Arbeitsplatz. 68 Prozent nutzen KI bereits.

Quelle: Ipsos Austria, 2026

Jobgarantie Marienthal

Ab 2020 bot das AMS Niederösterreich allen Langzeitarbeitslosen in Gramatneusiedl einen Job an, wissenschaftlich begleitet von der Universität Oxford. Langzeitarbeitslosigkeit verschwand dort fast völlig, und das Wohlbefinden stieg; ob das im Großen funktioniert, ist offen.

Quelle: University of Oxford, 2025

Die Arbeitslosen von Marienthal (1933)

Die Studie von Marie Jahoda, Paul Lazarsfeld und Hans Zeisel zeigte, was Arbeitslosigkeit einer ganzen Gemeinde antut. Ein Online-Archiv der Universität Graz macht sie zugänglich.

Quelle: Universität Graz, Archiv

JKU Linz: Was Arbeit uns gibt

Forscher der Johannes Kepler Universität Linz haben Jahodas Idee der „latenten Funktionen“ von Arbeit, etwa Tagesstruktur und soziale Kontakte, an einer repräsentativen deutschen Stichprobe überprüft (2010). Ein Linzer Beitrag zur Frage, was ohne Erwerbsarbeit fehlen könnte.

Quelle: JKU, 2010

Daten und Tracker zum Selberschauen

Diese Quellen werden regelmäßig aktualisiert. Wer selbst nachsehen will, wie sich KI und Arbeit entwickeln, findet hier Zahlen aus erster Hand.

Die angegebenen Rhythmen haben wir aus bisherigen Veröffentlichungen abgeleitet; die Herausgeber bestätigen sie meist nicht offiziell. Einige Tracker stammen von KI-Unternehmen selbst, die ein eigenes Interesse am Thema haben; sie sind gekennzeichnet.

Yale Budget Lab: KI und Arbeitsmarkt

Die Yale-Forscher:innen prüfen laufend, ob sich der US-Arbeitsmarkt seit ChatGPT auffällig verändert; bisher fanden sie wenig Hinweise darauf. Rhythmus: Updates etwa monatlich angekündigt.

Quelle: Yale Budget Lab, 2026

Anthropic Economic Index (Angebot eines KI-Unternehmens)

Das KI-Unternehmen Anthropic zeigt, wofür sein Modell Claude nach Beruf, Tätigkeit und Region genutzt wird; die Daten sind offen (CC-BY). Rhythmus: etwa quartalsweise, zuletzt am 26. Juni 2026.

Quelle: Anthropic, 2026

OpenAI: Jobs-Übergangs-Rahmen EU (Angebot eines KI-Unternehmens)

Laut dem KI-Unternehmen OpenAI arbeiten etwa 14 Prozent der Beschäftigten in der EU in Berufen mit höherem Automatisierungspotenzial, während rund 12 Prozent wachsen könnten (Juni 2026). Rhythmus: unregelmäßig, nach einer US-Ausgabe im April 2026.

Quelle: OpenAI, 2026

ILOSTAT

Die Datenbank der Internationalen Arbeitsorganisation bietet Arbeitsmarktdaten für fast alle Länder, auch als Schnittstelle und Massendownload. Rhythmus: laufend.

Quelle: ILO, 2026

ILO-Expositionsindex nach Beruf

Ein Online-Werkzeug der ILO zeigt für einzelne Berufe, wie stark sie generativer KI ausgesetzt sind. Rhythmus: unregelmäßig, bisher Ausgaben 2023 und 2025.

Quelle: ILO, 2025

Stanford AI Index: Wirtschaft

Der jährliche Bericht der Stanford University sammelt Zahlen zu KI-Investitionen, Nutzung und Jobs. Laut Ausgabe 2026 stieg der Anteil der Organisationen, die KI nutzen, von 55 Prozent (2023) auf 88 Prozent (2025); Rhythmus: jährlich, etwa im April.

Quelle: Stanford HAI, 2026

IFR: Roboterdichte

Der internationale Branchenverband der Robotik zählt Industrieroboter pro 10.000 Beschäftigte in der Produktion: 2024 waren es weltweit 132, in Südkorea 1.220 und in Deutschland 449. Rhythmus: jährlich, Roboterdichte etwa im Frühjahr, Gesamtbericht etwa Ende September.

Quelle: IFR, 2026

WEF: Future of Jobs

Der Bericht des Weltwirtschaftsforums beruht auf einer Befragung von über 1.000 Arbeitgebern. Die Ausgabe 2025 erwartet bis 2030 170 Millionen neue und 92 Millionen wegfallende Jobs; Rhythmus: alle zwei Jahre, zuletzt im Jänner 2025.

Quelle: WEF, 2025

Ipsos AI Monitor

Das Marktforschungsunternehmen Ipsos fragt in 30 Ländern, ob Menschen erwarten, dass KI ihren Job ersetzt. 2025 waren es im Schnitt 35 Prozent, in Thailand 74 und in den USA 26 Prozent; Rhythmus: jährlich, etwa im Juni.

Quelle: Ipsos, 2025

Newsletter, Podcasts und Leselisten

Wer am Thema dranbleiben will, ohne jede Studie selbst zu lesen, findet hier kuratierte Überblicke. Die Auswahl ist klein und wird ergänzt, sobald weitere Angebote geprüft sind.

AI Economics Brief (Windfall Trust)

Ein Newsletter, der alle zwei Wochen Forschung und Politik zur Ökonomie der KI zusammenfasst. Gut, um Studien und Debatten im Blick zu behalten.

Quelle: Windfall Trust, 2026

The AI/Labor Report

Ein wöchentlicher Überblick auf Substack über Nachrichten zu KI und Arbeit. Eher Nachrichtensammlung als Analyse.

Quelle: The AI/Labor Report, 2026

Podcast mit Guy Standing

Im Extrapolate Podcast spricht der Mitbegründer von BIEN über Prekarität, Grundeinkommen und die Zukunft der Arbeit (Februar 2026). Ein guter Einstieg in die Argumente für ein Grundeinkommen.

Quelle: Extrapolate Podcast, 2026

For Work / Against Work

Eine offene Online-Bibliografie des Philosophen Jean-Philippe Deranty (Macquarie University) zu rund 100 Themen, von Automatisierung über Grundeinkommen bis zur Vier-Tage-Woche. Sie stellt Positionen für und gegen Arbeit nebeneinander.

Quelle: For Work / Against Work